Waldemar Schneider

IT-Systemintegrator, der sowohl die Produktionshalle als auch den Serverraum versteht.

© 2026 Waldemar Schneider

Portfolio
KI-gestützter Dokumentations-Workflow

KI-gestützter Dokumentations-Workflow

2026-04-30Dokumentation & StrukturAbgeschlossen
Claude-AIClaude-CodeObsidianWorkflowWissensmanagement

Projektübersicht

Aufbau eines Workflows, der Claude AI (Denkpartner), Claude Code (CLI-Tool) und Obsidian (Wissensdatenbank) zu einem durchgängigen Dokumentations-, Wissensmanagement- und Kontextmanagement-System verbindet.

1. Situation (Ausgangslage)

Mit wachsender Infrastruktur (Proxmox, OPNsense, Monitoring, Backup, Fileserver) stieg auch die Menge an Konfigurationswissen, Entscheidungen und offenen Aufgaben. Claude Code startet jede Session mit einem leeren Context Window. Projektstand, Konfigurationsdetails und Entscheidungen aus früheren Sessions waren nicht verfügbar. Entweder musste alles manuell neu erklärt werden, oder eine grosse Kontextdatei wurde bei jedem Start komplett geladen, was unnötig Tokens verbrauchte.

2. Task (Zielsetzung)

  • Kontextmanagement: Projektspezifisches Wissen gezielt und on-demand laden, nicht pauschal bei jedem Start.
  • Single Source of Truth: Alle Dokumentationen, Entscheidungen und TODOs an einem zentralen Ort pflegen.
  • Nahtloser Workflow: Erarbeiten, dokumentieren und Wissen abrufen als zusammenhängenden Prozess gestalten, nicht als getrennte Einzelschritte.

3. Action (Umsetzung)

A. Aufgabenteilung definiert

Drei Werkzeuge mit klarer Rollenverteilung verbunden:

  • Claude AI als Denkpartner: Themen gemeinsam erarbeiten, konfigurieren, dokumentieren.
  • Obsidian als zentrale Wissensdatenbank: Alle Dokumentationen im Markdown-Format, versioniert über Git, jederzeit durchsuchbar.
  • Claude Code als Kontextbrücke: Greift gezielt auf den Obsidian Vault zu und lädt nur die relevanten Informationen in das aktuelle Context Window.

B. Schlanke Basiskonfiguration

Die globale Konfigurationsdatei für Claude Code bewusst minimal gehalten:

  • Nur allgemeine Einstellungen (Sprache, Arbeitsweise, Dokumentationsformat).
  • Kein projektspezifischer Kontext in der Basiskonfiguration. Alles Projektspezifische liegt im Obsidian Vault.
  • Ergebnis: schneller Start ohne unnötigen Token-Verbrauch.

C. On-Demand Kontextabruf

Einen Slash Command eingerichtet, der gezielt Wissen aus dem Vault lädt:

  • Bei Bedarf wird ein Suchbegriff übergeben. Claude Code durchsucht alle Markdown-Dateien im Vault nach relevanten Treffern.
  • Die Ergebnisse werden zusammengefasst: aktueller Stand, wichtige Details, offene TODOs, Hinweise auf Widersprüche oder veraltete Informationen.
  • Neue Dokumente im Vault sind sofort verfügbar, ohne zusätzliche Konfiguration.

4. Result (Ergebnis & Verifikation)

  • Nach Wochen Pause reicht ein einziger Befehl, um den kompletten Kontext eines Themas wieder herzustellen.
  • Kein manuelles Nacherzählen mehr nötig. Der Vault enthält alles, Claude Code findet es.
  • Der Workflow skaliert mit: neue Projekte, Kundendaten oder Lernthemen sind automatisch abrufbar, sobald sie dokumentiert sind.
  • Token-Verbrauch beim Start ist minimal, weil nur geladen wird was gerade gebraucht wird.

Lessons Learned

  • Kontext ist das grösste Problem bei KI-Tools: Ohne persistenten Kontext fängt jede Session bei Null an. Die Lösung ist nicht eine riesige Kontextdatei, sondern gezieltes Laden on-demand.
  • Obsidian als Middleware: Obsidian ist nicht nur ein Notiztool, sondern funktioniert als durchsuchbare Datenbank für CLI-Tools. Markdown-Dateien sind maschinenlesbar und menschenlesbar gleichzeitig.
  • Dokumentation wird wertvoller mit der Zeit: Je mehr dokumentiert ist, desto nützlicher wird der Kontextabruf. Das motiviert, jedes Projekt sauber zu dokumentieren, weil es sich direkt auszahlt.